Auerbach wirft sich mit deutlichen Siegen in die 2. Runde (Spielberichte SV 08 Auerbach)

Erwartet deutlich setzten sich die Handballer des SV 08 Auerbach am Samstag gegen ihre Gegner durch und ließen weder dem TV Roßtal (43:15) noch dem TuS Feuchtwangen (21:50) den Hauch einer Chance auf eine Pokalüberraschung. Als Turniersieger erreichten die Oberpfälzer damit die zweite Runde des Molten-CUP, die am 1./2. November ausgetragen wird. Halle und Gegner werden vom BHV noch bekannt gegeben.

 

 

Zu ungewohnter Zeit (14:00 Uhr) ertönte in der Helmut-Ott-Halle der Anpfiff zum ersten Pflichtspiel der neuen Saison für die Handballer des SV 08 Auerbach. Wohl auch deshalb und ob der Vorhersehbarkeit des Endergebnisses – zu groß waren die Klassenunterschiede der drei Teilnehmer - hielt sich die Anzahl (ca. 100) der interessierten Zuschauer noch stark in Grenzen. Lediglich die Trommelfraktion begann die Saison in gewohnter Lautstärke und Intensität.

 

Dennoch lief es für die Gastgeber zu Beginn nicht so rund, wie sie es sich erhofft hatten. Der TV Roßtal nutzte jede Unkonzentriertheit der Blau-Weißen geschickt aus und konnte damit eine ganze Zeit durchaus mithalten. Vor allem Lukas Franke und Dietmar Mathias bereiteten der Abwehr des SV 08 in dieser Phase einige Probleme. Nach sieben Minuten leuchtete ein unansehnliches 5:5 von der Anzeigetafel. Nun jedoch fingen die Gastgeber endlich an, konzentrierter in Abwehr und Angriff zu arbeiten. Eroberte und gehaltene Bälle ermöglichten einige schnelle Gegentore und veranlassten den Roßtaler Trainer in der 14. Minute beim Stande von 12:5 seine erste Auszeit zu nehmen, um den Spielfluss der Hausherren etwas zu unterbrechen.

Spätestens jedoch, als seinem Team erst in der 22. Minute der nächste Treffer zum 15:6 gelang, waren die Hoffnungen im Roßtaler Lager, möglicherweise wie im Vorjahr als Pokalschreck auftreten zu können, endgültig dahin. In den letzten Minuten der ersten Hälfte ließ, ob der deutlichen Führung, die Anspannung im Auerbacher Team wieder etwas nach und der TVR kam wieder zu etwas mehr Möglichkeiten. Diese jedoch wusste Philipp Walzik im Tor des Bayernligisten zu verhindern und so wechselte man beim Stande von 23:9 die Seiten.

 

Die zweite Hälfte begann wie die erste mit einem noch nicht voll konzentrierten Gastgeber und einem deutlich aggressiveren Gegner. „Ich denke, das war unsere beste Phase im gesamten Spiel“ erklärte Trainer Wolfgang Schmidt hinterher. Erneut gelang es den Blau-Weißen nicht sofort, den Bezirksoberligisten in seine Schranken zu weisen. Bis zur zehnten Minute nach Wiederanpfiff hatten die Gäste den Favoriten auf ein 5:2 beschränken können. Nun jedoch begannen die Kräfte beim TVR zu schwinden. Fehler reihte sich an Fehler, die konzentrierte Abwehrarbeit der Oberpfälzer zahlte sich aus und die Paraden von Philipp Walzik taten ein Übriges. Der SV 08 überrannte seinen Gegner nun fast und stellte in den letzten 20 Minuten den standesgemäßen 43:15- Sieg sicher.

 

„Hätten wir zuhause in Roßtal gespielt, ohne Harz, wer weiß, wie das Spiel ausgegangen wäre“ meinte Roßtals Trainer nach dem Spiel. „Auerbach war einfach viel zu stark für uns, aber möglicherweise hätten wir nicht ganz so hoch verloren.“

 

Die zweite Partie zwischen dem TV Roßtal und dem TuS Feuchtwangen nahm einen ähnlichen Verlauf. Lange Zeit konnte der Bezirksliga-Neuling aus Feuchtwangen durchaus mithalten und das Spiel ausgeglichen gestalten. Bis zur 17. Minute lagen beide Teams gleichauf (8:8). Allerdings hatte der Trainer des TVR sein Team komplett umgestellt und die Akteure der ersten Partie zunächst auf die Bank beordert. Mit einem 3:0- Lauf legte der höherklassige TVR nun den Grundstein für den späteren Sieg. Dass er so deutlich ausfallen würde, konnte beim Pausenstand von 19:13 jedoch noch niemand ahnen. Zunächst lief das Spiel immer noch relativ ausgeglichen dahin, Feuchtwangen hielt den Rückstand konstant bei 6 bis 7 Toren. Ab der 45. Minute ließen jedoch auch hier die Kräfte deutlich nach und die Fehler häuften sich. Roßtal nutzte diese für schnelle und einfache Tore und baute seinen Vorsprung immer weiter aus. Am Ende leuchtete ein deutliches 40:24 von der Anzeigentafel.

 

Im dritten Spiel des Tages zeigte sich von Beginn an der überdeutliche Klassenunterschied beider Teams. Auch wenn der Bezirksligist in den ersten drei Minuten zweimal über Rechtsaußen zum Torerfolg kam, war bereits nach zehn Minuten klar, dass dies eine sehr einseitige Veranstaltung werden würde. Über die Zwischenstände 2:8, 7:14 und 8:18 stellten die Gasgeber den Pausenstand von 10:26 her. Immer wieder hatte man Trainer Lothar Schmidt gehört, wie er seine Spieler zu schnellerem Zurücklaufen aufforderte. Doch es nutzte alles nichts, zu übermächtig waren die Abwehrspieler der Heimmannschaft und zu schnell gaben die Gäste ihre Bälle wieder verloren. Einzig Marcus Feist konnte mit insgesamt 10 Rückraumtreffern den diesmal im Tor der Auerbacher stehenden Matthias Müller immer wieder überwinden.

 

„Es war sicher nicht mein bestes Spiel heute“ meinte der unglückliche Torhüter nach dem Spiel. „Es ist unangenehm und undankbar, gegen einen solchen Gegner zu spielen, weil oftmals eher ungewöhnliche Würfe aufs Tor kommen. Da kann man als Torwart oft ziemlich dumm aussehen.“ Tor um Tor zogen die Oberpfälzer nun davon und hätte Felix Müller in den letzten 10 Minuten nicht fünf hochkarätige Chancen am Stück vergeben, wer weiß, wie das Spiel ausgegangen wäre. „Ich weiß, dass die Jungs auf der Bank über meine Fehlwürfe gelacht haben, aber ich wäre am liebsten im Erdboden versunken“ meinte der sichtlich genervte Rückraumspieler hinterher. Da half auch sein mit links verwandelter Kempa-Wurf nicht wirklich drüber hinweg.

 

Für Lothar Schmidt hatte das Turnier „die erwarteten Ergebnisse gebracht, die den Klassenunterschieden gerecht“ wurden. „Wir haben zum ersten Mal mit Harz gespielt, das hat uns schon Probleme bereitet. Jetzt muss ich den Jungs das aber wieder abgewöhnen“ meinte er launig bevor er mit seinem Team und ihren mitgereisten Fans die Heimreise antrat. „Nachdem wir heute Morgen bereits eine Trainingseinheit absolviert hatten, waren die beiden Spiele gut, um das Geübte in die Praxis umzusetzen“ lautete das durchaus zufriedene Fazit von Tobias Wannenmacher. „Jetzt gilt unsere volle Konzentration aber dem kommenden Wochenende und dem Saisonstart gegen die DjK Rimpar II. Das wird sicherlich eine deutlich größere Herausforderung.“

 

 

Es spielten: Walzik, M. Müller, Weiss (6), Lux (18/4), Wannenmacher (1), Schnödt (2), Herold (5), Schmidtke (13), Schramm (13), Wolf (13), F. Müller (10), Schöttner(12/3)

Hessies Bildergalerie

1. Runde im Molten-CUP startet in der Helmut-Ott-Halle (Vorbericht SV 08 Auerbach)

Genau eine Woche vor Beginn der neuen Bayernligasaison nehmen die Handballer des SV 08 Auerbach an diesem Samstag am Molten-CUP teil. Der Amateur-Pokal des BHV wird ab diesem Jahr in Turnierform ausgespielt, wobei die teilnehmenden Teams bereits ab der ersten Runde in Dreier- bzw. Vierer-Turnieren gegeneinander antreten. Gegner der Oberpfälzer sind der Bezirksoberligist TV Roßtal und der Bezirksligist TuS Feuchtwangen. Anpfiff der ersten Partie in der Helmut-Ott-Halle ist um 14:00 Uhr.

 

Die Vorbereitung auf die neue Spielzeit neigt sich ihrem Ende entgegen. Endlich! – wird manch einer sagen. Viele der Fans können es kaum mehr erwarten, bis wieder regelmäßig die Handbälle durch die Helmut-Ott-Halle fliegen und auch die Spieler haben langsam genug von den anstrengenden Wochen. „Es ist einfach etwas Anderes, wenn es um etwas geht“ erklärte Torhüter Philipp Walzik am Rande einer Trainingseinheit. „Die Stimmung in der Halle, das Adrenalin, das macht deutlich mehr Spaß. Ich freue mich, wenn es endlich wieder losgeht.“ Zum Abschluss der „ungeliebten“ Vorbereitungszeit steht den Auerbachern noch einmal ein anstrengendes Wochenende bevor.

 

Nach längeren Jahren nehmen die Oberpfälzer wieder am BHV Pokalwettbewerb, dem Molten-CUP teil. In Runde 1 treten 37 bayerische Amateurteams in zwölf Dreier- bzw. Vierer-Turnieren gegeneinander an und ermitteln in Spielen „Jeder-gegen-Jeden“ den jeweiligen Turniersieger. Diese zwölf Teams spielen Anfang November in Runde 2, dem Halbfinale, in erneuten Dreier-Turnieren die vier Teilnehmer für das Final-Four-Turnier am 20./21. Dezember aus. Dort qualifizieren sich sowohl der bayerische Pokal- als auch der Vizepokalsieger für den Amateur- Pokalwettbewerb des DHB. Es geht also durchaus um etwas, wenn an diesem Samstag um 14:00 Uhr das erste Pflichtspiel der neuen Saison angepfiffen wird.

 

TV Roßtal 2013-2014
TV Roßtal 2013-2014

Gegner des ehemaligen Dritt- und diesjährigen Bayernligisten in der Auftaktpartie ist der TV Roßtal, der ähnlich dem Gastgeber, am Ende einer schwierigen Saison den bitteren Weg des Abstiegs aus der Landesliga in die Bezirksoberliga gehen musste. Dass die Mittelfranken sich während der Runde nach einem neuen Trainer hatten umsehen müssen - Klaus Jahn, ehemaliger Übungsleiter in Auerbach - musste wegen schwerwiegender gesundheitlicher Probleme sein Amt vorzeitig aufgeben - war sicherlich eines der Probleme, die für den negativen Ausgang der Saison mitverantwortlich waren.

 

Ganz anders jedoch lief es im Pokalwettbewerb, wo man in Runde 2 den TSV Lohr (ByL), in Runde 3 den HSV Hochfranken (BOL Oberfranken) und im Viertelfinale überraschend auch die SG DJK Rimpar II (Vizemeister Landesliga Nord und in einer Woche erster Punktspielgegner des SV 08) bezwingen konnte. Die Wannenmacher-Sieben sollte also gewarnt sein. Als „Tüpfelchen auf dem I“ durften die Mittelfranken rechtzeitig zu ihrem 100-jährigen Jubiläum das Finalturnier in eigener Halle ausrichten. Die erhoffte Sensation blieb jedoch aus. Der hoch favorisierte Bayernligameister TuS Fürstenfeldbruck gewann nicht nur das Halbfinale gegen den Gastgeber deutlich mit 31:17 - wobei er seine erste Sieben weitgehend schonte - sondern errang auch im Finale gegen den HC Erlangen II den begehrten Pokal.

Im zweiten Spiel (Anpfiff 16:15 Uhr) muss der Pokalschreck dann gegen den Neu- Bezirksligisten TuS Feuchtwangen ran. Die Mittelfranken aus dem Landkreis Ansbach kommen mit der Empfehlung einer überragenden Bezirksklassen-Saison, in der sie ihre Gegner reihenweise mit zweistelligem Vorsprung förmlich überrannten und mit 32:0 Punkten und einem Torverhältnis von 526:304 souverän die Meisterschaft einfuhren.

 

Ab 18:30 Uhr müssen dann im dritten Spiel des Tages noch einmal die Auerbacher zeigen, dass sie zwar gute Gastgeber sind, aber nicht gewillt sind, in sportlicher Hinsicht etwas zu verschenken. Der Gegner aus Feuchtwangen schätzt dabei seine Chancen durchaus realistisch ein. „Was gegen eine Bayernligamannschaft möglich ist, wird man in Auerbach sehen“ ist auf der Homepage des TuS zu lesen. „Es wird sicherlich ein harter, schneller aber fairer Handball erwartet. Beide Gegner werden sicherlich über die gesamte Spielzeit ein hohes Tempo gehen und jeden fehlgeschlagenen Angriff der Kreuzgangstädter in einen Tempogegenstoß verwandeln. Chancen im Angriff wird es sicherlich geben. Diese müssen genutzt werden und im Gegenzug muss die Abwehr sicher stehen. Eine permanente Präsenz gegenüber dem gegnerischen Angriff ist Voraussetzung um ins Spiel zu finden.“ Dass das Team voraussichtlich von einem Bus voller Fans begleitet wird, lässt auf eine erneut tolle Stimmung im „Auerbacher Handball-Tempel“ hoffen.

 

„Geht man nach der Papierform, dann müsste sich mein Team am Ende durchsetzen“ meinte Spielertrainer Tobias Wannenmacher unter der Woche. „Aber wie sagt man immer? Der Pokal hat seine eigenen Gesetze. Außerdem muss wohl ohne Harz gespielt werden, ein Umstand, der uns schon vor eine gewisse Herausforderung stellen wird. Aber ich bin guter Dinge, wir haben in den vergangenen Wochen intensiv gearbeitet und freuen uns jetzt darauf, das Geübte unserem Publikum präsentieren zu dürfen.“ Einer jedoch kann diesmal noch nicht dabei sein. Alexander Tannenberger zog sich in Training einen Bänderriss zu und kann erst in ein paar Tagen wieder ins Training einsteigen.

 

Wer also am Samstag hochklassigen und spannenden Handball sehen will, der sollte sich diese Gelegenheit nicht entgehen und sich auf die kommenden Wochen in der Bayernliga einstimmen lassen, der Eintritt kostet für Nichtmitglieder 5,-, für Mitglieder 4,- und für Jugendliche von 14-18 und Schüler 3,- Euro.

 

Aufstellung: Walzik, M. Müller, Schramm, Weiss, F. Müller, Lux, Wannenmacher, Schnödt, Herold, Wolf, Schmidtke, Schöttner

Vorbereitung startet in die letzte Phase - Gespräch mit Tobias Wannemacher

Viele freuen sich schon auf die neue Saison, manch einer kann es kaum mehr erwarten, aber erst am 13. September ist es soweit. Dann beginnt für die Handballer des SV 08 Auerbach die neue Spielzeit, diesmal wieder in der bayerischen Oberliga. In der Helmut-Ott-Halle empfangen sie mit dem Reserveteam der DjK Rimpar Wölfe einen der drei Aufsteiger aus der Landesliga. Bereits eine Woche zuvor treten die Oberpfälzer zudem in der ersten Runde des Molten-Cups an. Knapp drei Wochen vor diesem ersten Pflichtspiel sprachen wir mit dem Spielertrainer Tobias Wannenmacher.

 

Frage: Haben alle Spieler inzwischen den Abstieg aus der 3. Liga „verdaut"?

 

Tobias Wannenmacher (T.W.): Es ist nie schön, einen Abstieg hinnehmen zu müssen, für die meisten meiner Spieler war es zudem das erste Mal, dass sie eine so negative Erfahrung machen mussten. Allerdings hat sich bereits am Abend des letzten Spieltages beim Saisonausklang gezeigt, dass die Moral in der Truppe nicht gebrochen, sondern völlig intakt ist. Dies zeigt sich auch an der Tatsache, dass trotz des Abstieges der größte Teil der Mannschaft zusammen geblieben ist. Zudem hatten wir von den Verantwortlichen nie den Druck bzw. Zwang gespürt, die Klasse halten zu müssen.

 

Frage: Abstieg war gestern, wie läuft denn die Vorbereitung auf die kommende Bayernligasaison?

T.W.: Ich bin bisher ganz zufrieden. In den ersten Wochen haben wir uns – wie vermutlich die meisten anderen Teams auch - auf Kraft und Ausdauer konzentriert. Dabei haben wir versucht, das Niveau der letzten beiden Jahre noch einmal etwas zu steigern. In einer zweiten Phase lag der Fokus dann etwas mehr auf taktischen Gesichtspunkten. Zudem hatten wir einige Vorbereitungsspiele und waren im Trainingslager in Herrsching. Nach einer Pause von etwa einer Woche starten wir jetzt in die letzte und entscheidende Phase bis zum Beginn der Saison. Hier werden wir uns mehr auf Spielverständnis, Einüben von Auslösehandlungen und Automatisierung von Abläufen konzentrieren und diese in mehreren Spielen gegen unterschiedliche Gegner testen.

 

Frage: Apropos Vorbereitungsspiele. Wie sind Sie mit dem Abschneiden in den bisherigen Spielen zufrieden?

T.W.: Unterschiedlich. Da gibt es die Spiele gegen die Drittligisten Fürstenfeldbruck und Rödelsee (beide bei einem Turnier in Fürstenfeldbruck), bei denen ich viele positive, aber auch einige negative Dinge gesehen habe. Da gab es das Spiel gegen die Füchse Berlin, wo meine Mannschaft eine grandiose Leistung gezeigt hat, aber es gab auch Spiele gegen unterklassige Teams, die mich überhaupt nicht überzeugt haben, in denen wir zwar gewonnen haben, aber eigentlich viel deutlicher hätten dominieren müssen.

 

Frage: In der vergangenen Saison wurde viel über die Problematik diskutiert, fünf „Veteranen“ und absolute Leistungsträger ersetzen zu müssen. Wie sieht es in diesem Jahr aus?

T.W.: Ich denke, dass diese Problematik im letzten Jahr von allen – Team, Verantwortliche, Fans und auch von mir - zu lange unterschätzt wurde. Es hat sich gezeigt, dass die deutlich verjüngte Mannschaft dem Niveau der 3. Liga zwar spielerisch gewachsen war, mit dem mentalen Druck offenbar jedoch noch nicht umgehen konnte. Das ist in dieser Saison anders. Zum einen haben wir lediglich zwei Spieler verloren – auch wenn uns die Erfahrung und die Ruhe von Raul Adam sicherlich fehlen werden – und zum anderen hat die Mannschaft jetzt eine komplette Runde in der 3. Liga gemeinsam durchlebt und durchlitten. Auch negative Erfahrungen können ein Team zusammenschweißen.

 

Frage: Und der Druck in der Bayernliga ist auch nicht so hoch wie in der 3. Liga?

T.W.: Das kann man so nicht sagen. Sicherlich wird in der 3. Liga schneller, athletischer und auch härter gespielt als in der Oberliga, aber auch hier gibt es einige Teams, die durchaus auf diesem Niveau spielen können. Nicht umsonst hat es Rödelsee geschafft, drin zu bleiben und wenn ich mir den TuS Fürstenfeldbruck anschaue, dann bin ich überzeugt, dass er eine sehr gute Rolle in der höheren Klasse spielen wird. Dort hat man sich gut und sinnvoll verstärkt.

 

Frage: Sie sprechen ein für viele Fans wichtiges Thema an. Wie sieht es denn in Auerbach mit Neuzugängen aus?

T.W.: Es gibt keine. Zumindest gibt es keine echten „Neuen“. Dennoch werden die Zuschauer zwei neue Gesichter zu sehen bekommen. So wird Philipp Walzik im Tor von Matthias Müller, dem letztjährigen A-Jugend-Torhüter unterstützt und im Rückraum soll mit Moritz Neuß ein weiterer bisheriger A-Jugendlicher seine ersten Einsatzzeiten in der Männer- Bayernliga sammeln. Allerdings musste sich „Mo“ einer Schulteroperation unterziehen und wird erst später in der Saison zum Team stoßen.

 

Frage: Und es ist nichts weiter geplant?

T.W.: Nein, geplant ist nichts. Sollte sich jedoch zufällig ein Spieler finden, der in unser hinlänglich bekanntes Anforderungsprofil passt, werden wir uns sicherlich nicht verweigern und miteinander reden.

 

Frage: Eine persönliche Frage: Sie sehen unheimlich fit aus, hat das einen bestimmten Grund?

T.W: Nun ja, ich habe in den letzten Monaten etwa 17 Kilogramm abgenommen. Das hat positive wie „negative“ Auswirkungen. Einerseits bin ich deutlich beweglicher und schneller, andererseits ist es in der Abwehr hin und wieder ganz gut, wenn man dem Gegenspieler das eine oder andere Kilo entgegen stellen kann.

 

Frage: Heißt das, dass wir Sie in der kommenden Saison weniger spielen sehen?

T.W.: Ganz im Gegenteil, ich habe richtig Lust zu spielen und werde, wo nötig, meine Mannschaft nicht nur vom Spielfeldrand aus unterstützen. Außerdem freue ich mich auf die Derbys gegen Sulzbach, Bayreuth und Erlangen und auf die tolle Atmosphäre in der Helmut-Ott-Halle.

 

Letzte Frage: Sie haben als Saisonziel den Wiederaufstieg ausgegeben. Wen halten Sie für die größten Konkurrenten im Kampf um den Meistertitel?

T.W: Ein Klassenerhalt ist immer leichter zu verwirklichen als eine Meisterschaft zu erringen. Dennoch werden wir alles geben, um am 2. Mai 2015 ganz oben zu stehen. Ich denke, dass die DjK Waldbüttelbrunn und der TSV Lohr ebenfalls um den Titel mitspielen werden. Den TSV Unterhaching und den TSV Haunstetten rechne ich auch zum erweiterten Favoritenkreis, allerdings kann ich beide ganz schwer einschätzen.

 

Vielen Dank und alles Gute für den Rest der Vorbereitung.

SV 08 Auerbach vs Füchse Berlin - Der Empfang - ( Hessies Bildergalerie)

SV 08 Auerbach vs Füchse Berlin -Das Spiel- 1. Halbzeit (Hessies Bildergalerie)

SV 08 Auerbach vs Füchse Berlin -Das Spiel- 2. Halbzeit (Hessies Bildergalerie)

Foto: Ziegler - AZ
Foto: Ziegler - AZ

Mit großem Herzen und diszipliniertem Einsatz gelang den Handballern des SV 08 Auerbach bei ihrem Freundschaftsspiel gegen die Füchse Berlin ein überraschend gutes Ergebnis. Vor 800 begeisterten Zuschauern unterlagen sie dem sehr sympathischen Bundesligisten und Pokalsieger lediglich mit 21:34 (10:15) und setzten damit die Kirsche auf einen rundum gelungenen Sahnetag.

 

„Das hatten wir so nicht erwartet“ erklärte Dagur Sigurdsson anerkennend nach dem Spiel. „Auerbach hat uns den ersten sinnvollen Test dieser Vorbereitung geboten“ lautete sein zufriedenes Fazit. Ein großes Lob vom Trainer eines der besten Handballteams der Welt.

 

Doch von Anfang an:

Es war das erwartete sportliche Großereignis im Rahmen der 700-Jahrfeierlichkeiten der Stadt Auerbach, das die Handballer des SV 08 boten. Vor und in der Helmut-Ott-Halle war alles gerichtet um die 800 Zuschauer professionell zu verköstigen. Nach einem kurzen offiziellen Teil ging es auch schon los. Und es lief zunächst wie von den meisten erwartet bzw. befürchtet. Die nicht in Bestbesetzung antretenden Füchse (neben den bereits berichteten Spielern fehlte verletzungsbedingt leider auch Iker Romero) kamen deutlich besser ins Spiel, während die Gastgeber noch etwas mit ihrer Nervosität zu kämpfen hatten. So stand es nach fünf Minuten bereits 1:5 für die Gäste und manch einer glaubte schon an ein weiteres 50-Tore-Spiel des Pokalsiegers.

 

Jetzt allerdings hatten sich auch die Blau-Weißen im Spiel eingefunden und schafften bis zur 13. Minute den Anschluss zum 5:7. Dabei hatte sich vor allem Ralph Weiss mit drei Toren vom Kreis besonders hervorgetan. Hauptverantwortlich für die erfolgreiche Aufholjagd war jedoch die herausragende Leistung der neuen Nummer Eins im Tor der Auerbacher. Philipp Walzik stand seinem Gegenüber Silvio Heinevetter in keiner Weise nach und vereitelte selbst aussichtsreichste Torchancen der Gäste. Spätestens als er einen Strafwurf von Mathias Zachrisson abwehren konnte, kannte der Jubel in der ausverkauften Halle kaum eine Grenze. Innerhalb kurzer Zeit hatte die Wannenmacher-Sieben das Spiel gedreht und glich durch einen Treffer von Mario Schmidtke in der 17. Minute zum 7:7 aus. Dass das 8:8 durch Kenny Schramm bis zur 22. Minute hielt, war wohl nicht nur für die Zuschauer eine sensationelle Überraschung. Gegen Ende der ersten Hälfte zogen die leicht überraschten Gäste aus der Hauptstadt wieder etwas an und stellten innerhalb von acht Minuten den 10:15 Pausenstand her.

 

Die zweite Hälfte begann mit einem Tor für Auerbach. Philipp Schöttner erzielte einen seiner vier Treffer und zeigte damit, dass sein Team gewillt war, weiterhin Paroli zu bieten. Dass er in der Abwehr gegen Jesper Nielsen, einen der besten Kreisläufer der Welt, meist chancenlos agierte, war weder für ihn, noch für seinen Trainer ein wirkliches Problem. „Gegen Nielsen haben die meisten Abwehrspieler der Bundesliga die größten Probleme, da erwartet keiner, dass ausgerechnet Philipp ihn halten kann“ erklärte ein rundum zufriedener Tobias Wannenmacher nach der Partie.

 

Trotz allen Einsatzes konnten die Oberpfälzer nun jedoch nicht mehr verhindern, dass die Profis von der Spree ihre Klasse ein ums andere Mal aufblitzen ließen und den Vorsprung Tor um Tor ausbauten. Dass er dennoch nur moderat wuchs, lag zum einen an der engagierten Abwehrarbeit der Null-Achter und zum anderen an einigen guten Paraden des inzwischen eingewechselten Matthias Müller. Der im letzten Jahr noch in der eigenen A-Jugend eingesetzte „Neue“ im Team fügte sich trotz des Trubels und des Gegners nahtlos in die Reihe der guten Leistungen des Tages ein. Dass der sowieso hohe Begeisterungspegel in der 45. Minute noch einmal anstieg, lag auch daran, dass der ebenfalls in der vergangenen Saison noch in der A-Jugend eingesetzte Maximilian Lux für einen Strafwurf eingewechselt wurde. Abgebrüht überwand er den in der zweiten Hälfte für die Füchse haltenden Peter Stochl und wiederholte dieses Kunststück fünf Minuten später sogar mit einem Trickwurf. Sicherlich ein Erlebnis der besonderen Art.

 

„Auerbach hat sehr viel Einsatz gezeigt und mit schnellem Spiel nach vorne und schnellem Rückzugverhalten überzeugt und überrascht“ erklärte Dagur Sigurdsson hinterher und lobte gleichzeitig die gute Organisation des Events. „Uns gefällt vor allem die familiäre Atmosphäre. Es hat Spaß gemacht.“ Dem konnte sich Tobias Wannenmacher nur anschließen. „Wir haben das umgesetzt, was wir uns vorgenommen hatten. Wir wollten dagegen halten und verhindern, dass die Füchse uns einfach überrennen. Gegenstöße können sie auch im Training üben. Ich denke, nicht nur wir, sondern ganz Auerbach und alle Beteiligten können sehr zufrieden sein mit diesem Tag.“

 

Es spielten:

SV 08 Auerbach – Matthias Müller, Philipp Walzik, Kenny Schramm (2), Alexander Tannenberger (1), Ralph Weiss (3), Felix Müller (4), Maximilian Lux (2/2), Tobias Wannenmacher (n.e.), Matthias Schnödt, Karsten Herold, Andreas Wolf (2), Mario Schmidtke (3/1), Philipp Schöttner (4)

Füchse Berlin – Silvio Heinevetter, Peter Stochl, Colja Löffler, Jonas Thümmler (2), Dennis Spoljaric, Willy Weyrauch (3), Mathias Zachrisson (7/3), Tom Skroblien, Kohei Narita (1), Pavel Horak (5), Konstantin Igropulo (5/3), Jesper Nielsen (4), Fredrik Petersen (7)

 

Schiedsrichter: Grimm/Pfaffelhuber

Den Handballern des SV 08 Auerbach steht an diesem Donnerstag eines der größten Ereignisse ihrer bisherigen Karriere bevor. Die Füchse Berlin, Deutscher Pokalsieger 2014, tritt gegen die Oberpfälzer zu einem Freundschaftsspiel in der Helmut-Ott-Halle an. Anpfiff der Partie ist um 19:00 Uhr, ab 17:00 Uhr stehen die Spieler des Hauptstadt-Clubs für Autogramme zur Verfügung.

 

Es ist soweit. Die Handballer des SV 08 Auerbach treten an diesem Donnerstag in einem Vorbereitungsspiel auf die neue Saison gegen den Deutschen Pokalsieger und letztjährigen Tabellen-Fünften der DKB-Handball-Bundesliga an. Im Rahmen der über das gesamte Jahr verteilten Feierlichkeiten zur 700 Jahrfeier der Stadt Auerbach beteiligt sich die Handballsparte des Vereins mit Handball der Extraklasse. Das Team um Spielertrainer Tobias Wannenmacher empfängt die Füchse Berlin, eine Mannschaft gespickt mit nationalen und internationalen Stars der Handballszene.

 

Silvio Heinevetter, Iker Romero, Konstantin Igropulo, Jesper Nielsen, Mattias Zachrisson, Pavel Horak und Petr Stochl, klangvolle Namen, die man sonst nur in den Medien zu hören bekommt. Einzig Spielmacher Bartolmiej Jazka wird nicht dabei sein, er musste sich einer Schulteroperation unterziehen und fällt voraussichtlich die gesamte Hinrunde aus. Doch die Füchse wären nicht die Füchse, wenn sie nicht kurzfristig hochwertigen Ersatz gefunden hätten. Mit dem Serben Petar Nenadic verpflichtete man einen weiteren Nationalspieler und schloss so die entstandene Lücke. Neben Jazka muss Trainer Dagur Sigurdsson (41) lediglich auf die beiden deutschen Jugend-Nationalspieler Fabian Wiede und Paul Drux verzichten, sie nehmen derzeit an der Jugend-Europameisterschaft in Österreich teil.

 

„Wir bereiten dieses Event bereits seit Wochen vor“ erklärte Manager Peter Hackenberg und lobte gleichzeitig sein eingespieltes Team an Helfern. „Es ist schon ein Vorteil, dass unser Helferteam in den letzten Jahren bereits einige Erfahrung mit größeren Zuschauermengen sammeln konnte.“ Dennoch gab und gibt es diesmal etwas mehr an Vorbereitungen zu bewerkstelligen. So wird es vor dem Spiel ab 17:00 Uhr eine Autogrammstunde der Füchse geben, es soll vor und in der Halle bewirtet werden, das Fernsehen hat sich angekündigt und es gibt eine Tombola mit drei äußerst interessanten Gewinnen. Erster Preis ist ein von allen Berliner Spielern unterschriebenes Trikot, der zweite Preis ist ein Ball mit allen Autogrammen und als dritter Preis winkt eine Dauerkarte für die kommende Bayernligasaison. Die Lose kosten jeweils 1,- Euro, die Gewinner wird Ali Weihermüller voraussichtlich am Ende der Pause bekannt geben. Für jeden, der die Dauerkarte nicht gewinnt, aber dennoch eine haben möchte, hat Peter Hackenberg eine gute Nachricht. „Die Dauerkarten für die neue Saison sind bereits fertig und können erstmals beim Füchse-Spiel gekauft werden.“ Zudem gab er auch bekannt, dass noch etwa 80 Stehplatz-Karten für das Spiel selbst an der Abendkasse in der Halle zur Verfügung stehen. „Wir erwarten etwa 800 Zuschauer, alle Sitzplätze sind besetzt, aber es gibt noch einige Karten für Stehplätze.“

 

Tobias Wannenmacher erhofft sich von der Partie vor allem Spielpraxis für sein Team. Nachdem die Oberpfälzer am vergangenen Sonntag in einem hochkarätig besetzten Turnier in Fürstenfeldbruck den zweiten Platz hinter den Gastgebern errangen, stehen sie nun einem völlig anderen Kaliber gegenüber. „Die Füchse haben am 14.07. erst mit der Vorbereitung begonnen und es muss sich zeigen, ob sie ihre Abstimmung und die Abläufe bereits wieder drauf haben. Allerdings sind sie professionell genug und uns gegenüber in allen Belangen überlegen. Ich denke, dass jedes Ergebnis mit weniger als 15 Toren Unterschied als herausragender Erfolg zu werten wäre. Egal wie das Spiel ausgeht, gegen solch einen Gegner antreten zu dürfen kann nur ein Erlebnis sein.“ Dabei erwartet er sich vermutlich dennoch, dass es ihm mit seinem Team gelingt, auch gegen den Pokalsieger guten Handball zu zeigen und ganz nebenbei die in den beiden ersten Testspielen erreichte durchschnittliche Torausbeute der Füchse wieder unter 50 zu drücken.

Nächstes Auswärtsspiel

Nächstes Heimspiel

Sa. 08.11. / 18:00  TSV Ismaning
Sa. 08.11. / 18:00 TSV Ismaning